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 02.04.2020

Tabletten ohne Wirkung? - Der Placebo-Effekt

Der Placeboeffekt fasziniert die Medizin schon seit langer Zeit. Was ist ein Placebo eigentlich und wie können wir ihre Wirkung nutzen?

Viele Menschen in Deutschland misstrauen Medikamenten, das beweist nicht zuletzt eine Studie des Gesundheitsmonitors, laut der über die Hälfte der Befragten angaben, dass Medikamente letztlich „Gift“ seien (http://gesundheitsmonitor.de/uploads/tx_itaoarticles/201103-Beitrag.pdf). Angesichts der vielen Fortschritte in der modernen Schulmedizin ist eine solche allgemeine Abwertung sicherlich zu undifferenziert. Dennoch sind die Nebenwirkungen von Medikamenten eine Realität, mit der sich viele Menschen nur ungerne abfinden.

Umso spannender sind daher wirksame Alternativen. Eine Alternative komplett ohne Wirkstoffe – und damit prinzipiell ohne Nebenwirkungen – sind Placebos. Was sich paradox anhört, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als faszinierendes Forschungsfeld. Und es offenbart einen Fakt: Nicht nur auf die Wirkstoffe, auch auf die seelische Betreuung eines Patienten sollten moderne Mediziner viel stärker achten.

Placebo – Was ist das eigentlich?

Unter einem Placebo versteht man gemeinhin ein Scheinmedikament, also ein Präparat, dem eine bestimmte Wirkung zugeschrieben wird, ohne dass dieses jedoch einen tatsächlichen Wirkstoff beinhaltet. Die naive Vermutung liegt nahe, dass ein solches Scheinmedikament keine Wirkung haben könne, allerdings beweisen Studien schon seit Jahrzehnten das Gegenteil: Viele Patienten, denen ein Placebo verabreicht wird, berichten von Verbesserungen der Symptome, die pharmakologisch alleine nicht erklärt werden kann. Diese Effekte sind teilweise auch objektiv messbar.

Das Phänomen, also die Verbesserung des Gesundheitszustands durch ein Scheinmedikament, bezeichnet man als Placebo-Effekt. Farid Zitoun, Institutionsleiter am Naturheilzentrum Bottrop, sieht darin einen Hinweis in Bezug auf die Wirksamkeit der ganzheitlichen Medizin mit Benefit, was letztlich auch für die Schulmedizin gilt:

Mehr Gesundheit dank Placebo-Effekt?

„Studien haben immer wieder gezeigt, dass alleine die Erwartung eines Patienten, von einem Medikament erfolgreich behandelt zu werden, zu einer tatsächlichen Verbesserung der Symptome führen kann, selbst wenn es sich um ein Placebo gehandelt hat. Vieles spricht dafür, dass durch die Erwartungshaltung gewissermaßen die Selbstheilungskraft des Körpers angeregt wird. Dieser Effekt kann in Einzelfällen sogar stärker ausfallen als die Wirksamkeit eines echten Medikaments, wobei dies oft nur sehr schwer zu trennen ist. Dies zeigt auch die Erfahrung aus der täglichen Praxis.“

Einen ausführlichen Bericht zum Placeboeffekt gibt es unter anderem in der Pharmazeutischen Zeitung zu lesen: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-462007/die-heilkraft-des-nichts/

Der Bottroper Heilpraktiker Farid Zitoun über Forschungsergebnisse zum Thema Placebo

Placebo-Effekt: Ein sinnvolles Mittel zur Behandlung?

Dass der Placeboeffekt eine Behandlung zum Positiven beeinflussen kann und damit auch in der Praxis theoretisch viel Relevanz besitzt, bestätigt nicht zuletzt eine Einschätzung des Ärzteblatts zu dem Thema (https://www.aerzteblatt.de/archiv/160266/Placebo-Wirkungen-sind-messbar). Behandelte man einen Patienten jedoch ausschließlich mit Scheinmedikamenten, wäre dies ethisch jedoch mit einigen Problemen behaftet. Umso wichtiger ist eine bessere Grundlagenforschung, die die Ursachen des Placebo-Effekts weiter aufdeckt.

Erschwerend kommt hinzu, dass es offensichtlich je nach Einsatzgebiet auch größere Unterschiede bei der klinischen Relevanz des Placeboeffekts gibt. Darauf weist eine groß angelegte Studie des Nordic Cochrane Centers hin (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20091554?dopt=Abstract). Bis der Placebo-Effekt vollständig erforscht ist, ist eine gesunde Portion Skepsis daher wohl angeraten.

Gesundheit ohne Rezept? So können Placebos wirkungsvoll helfen

Placebo: Auf die Einstellung des Patienten kommt es an

Dass Placebos einen faszinierenden Blick in die Welt jenseits der klassischen Schulmedizin erlauben und sogar die Hoffnung auf künftige Therapien mit weniger Nebenwirkungen erlauben, darüber ist sich auch der Bottroper Heilpraktiker Farid Zitoun sicher: „Der Placebo-Effekt macht deutlich, dass die rein mechanische Betrachtungsweise der Beziehung zwischen Menschen und Medikamenten so nicht zu halten ist. Gerade weil viele Menschen heutzutage das Bestärken von ihrem Arzt vermissen, kommt es vielmehr auch darauf an, den Patienten wieder den Glauben an eine positive Wirksamkeit der Behandlung zu schenken.“

Mehr noch: Studien legen sogar nahe, dass der Placeboeffekt selbst dann Wirkung zeigt, wenn die Patienten sich bewusst sind, dass es sich um ein Scheinmedikament handelt, solange sie von ihrem Arzt darüber transparent aufgeklärt werden.

So wichtig kann  die Compliance für einen Behandlungserfolg sein

Für Zitoun spiegelt sich genau hier die Notwendigkeit nach einem Umdenken im Gesundheitssystem wider: „Wenn wir Patienten als ganzen Menschen wahrnehmen und nicht nur als Summe von Symptomen, wenn wir auf sie eingehen und offen mit ihnen sind, kann alleine das schon die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Behandlung steigern. Leider wird diesem Umstand im heutigen Gesundheitssystem kaum Rechnung getragen.“ resümiert er aus der täglichen Arbeit in der Naturheilpraxis.

Wirkung ohne Wirkstoff?

Mit dem Thema Schmerz und Placebo unter anderem in der Zahnarztpraxis beschäftigen sich Farid Zitoun und sein Kollege Christian Rüger auch im neuen Video auf dem Naturheilzentrum Bottrop YouTube-Kanal. #nabomade mit dem Faktencheck in der Dental Praxisklinik Am Stadtwald in Gelsenkirchen-Buer. Eine der Leitfragen hier: Wie kann der Placebo-Effekt gegen Schmerzen helfen? Darüber bloggt Zahnarzt Dr. Turgay Turhan aktuell im Blog Naturheilzentrum.

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