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Das Schädel-Hirn-Trauma und 3 wichtige Momente, die wir mit unserem Sohn André im Naturheilzentrum Bottrop erlebt haben

Gastautorin Regina Vogel
Das Schädel-Hirn-Trauma und 3 wichtige Momente, die wir mit unserem Sohn André im Naturheilzentrum Bottrop erlebt haben

Vor 20 Jahren erlitt André, der Sohn der Gastautorin Regina Vogel, bei einem Unfall ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Im NaBo-Blog berichtet sie als Mutter von ihren Erfahrungen.

Kurz vorm ersten Advent, im November 2002, ist es passiert: Unser Sohn André, damals 22 Jahre alt, hatte auf dem Weg zur Arbeit einen Autounfall und wurde mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma ins Krankenhaus eingeliefert. Wie der Unfall geschehen konnte, haben wir nie herausgefunden. Mir nützt es im Nachhinein auch nicht, wenn ich die Ursache kenne – es ist halt passiert, wir müssen damit leben und nach vorne schauen.

Ziergras vor blauem Himmel

Nach dem Unfall war André zuerst im Paracelsus-Klinikum in Zwickau. Nach etwa drei Wochen wurde er noch im Wachkoma mit dem Hubschrauber in eine Reha-Klinik nach Hessisch Oldendorf zwischen Hannover und Bielefeld geflogen. Dort war er fast zwei Jahre. Das war für unsere Familie eine schwere Zeit. Er bekam viel Therapie – eigentlich durften wir nicht dabei sein, aber es wurden Ausnahmen gemacht. Wir sind jedes Wochenende rund 800 Kilometer gefahren, um ihn zu sehen. Nach einem halben Jahr war uns das dann zu anstrengend. Also habe ich mir eine Wohnung in der Nähe der Klinik und Arbeit in Hessisch Oldendorf gesucht und bin dort geblieben, obwohl ich noch ein zweites Kind zuhause hatte.

1 x 1 ist nicht 2!

In der Klinik haben die Therapeuten viele Tests mit André gemacht, um herauszufinden, wie gut seine Reaktionsfähigkeit ist und wie weit sein Gehirn beim Unfall geschädigt wurde. Sprechen konnte er ja nicht. Bei einem dieser Tests hat die Therapeutin ihm auf Fragen jeweils zwei Antworten vorgegeben und André sollte sich für eine Antwort entscheiden, indem er die Zunge entweder nach links oder rechts bewegt. Bei der Auswertung hatte er fast alles richtig, und da haben sie gemerkt, dass er versteht, was man ihm sagt. Ich habe mir danach ähnliche Übungen für André ausgedacht: Ich habe Fotos und andere Dinge von zu Hause mitgenommen und ihm gezeigt. Und ich habe Kärtchen gebastelt. Auf einem stand „1 x 1 = 1“, auf dem anderen „1 x 1 = 2“. Und dann habe ich ihm die zwei Karten gezeigt und ihn gebeten, in die Richtung der richtigen Antwort zu gucken. Da hat André, der früher sehr gut in Mathe war, mich angeguckt und gelacht. Der hat wohl gedacht: Mutter, irgendwas stimmt nicht mit Dir. Ich habe die Aufgaben dann immer schwerer gemacht und das auch den Therapeuten erzählt. Die haben ihn gleich getestet und waren sehr überrascht, dass er so viel kann. Nach einem weiteren Jahr wurde André dann als austherapiert entlassen, obwohl er immer noch im Wachkoma war. Mein Mann hatte in der Zwischenzeit schon das Haus umbauen lassen, damit wir ihn mit nach Hause nehmen können.

Porträt von Regina Vogel
Regina Vogel hat bereits viele gute Erfahrungen mit Alternativmedizin gemacht.

„Du auch!“ – die ersten Worte

Nachdem wir André etwa anderthalb Jahre zuhause hatten, sind wir auf eine gute Empfehlung hin das erste Mal die 500 Kilometer ins Naturheilzentrum Bottrop gefahren. Das war schwierig. André konnte nicht sprechen, er konnte nur mit einer Magensonde essen, und es war für uns Eltern ein Problem, ihn überhaupt ins Auto zu bekommen. Mit dem Rollstuhl ging das dann aber besser als gedacht. Nach den ersten Therapieeinheiten im NaBo haben wir zunächst keine Fortschritte bemerkt. Doch irgendwann saß ich zusammen mit André im Behandlungszimmer. Weil ich Kraft nötig hatte, haben die Heilpraktiker Farid Zitoun und Christian Rüger auch mir ein paar Akupunkturnadeln gesetzt. Ich saß schräg hinter meinem Sohn und habe zu ihm gesagt: „Guck‘ mal, Du hast pinke Nadeln im Fuß!“ Und da hat er sich umgedreht, mich angeguckt und ganz leise gesagt: „Du auch.” Das waren seine ersten Worte!

Detailaufnahme einer Hand mit Bedieneinheit des Rollstuhls
Naturheilkunde und Schädel-Hirn-Trauma (SHT) – von den Möglichkeiten und Chancen durch die Kombination aus Medizin und Erfahrungsheilkunde

Die Hoffnung nicht verlieren

Heute kann André besser sprechen als damals, aber es klingt sehr verwaschen. Wie gut es geht, hängt immer von der Tagesform ab. Außerdem hat er eine Bedieneinheit für den Computer bekommen, so dass er den auch zum Kommunizieren benutzen kann. Wir versuchen aber immer, das Sprechen aufrechtzuerhalten, damit er in Übung bleibt. André ist ein Typ, der kämpft, der will, der beißt sich durch, auch nach vielen Jahren noch. Er würde am liebsten den ganzen Tag in seinem Motomed-Fahrrad oder dem Balance-Trainer verbringen. Ein Arzt in der BG-Klinik in Halle, wohin wir alle zwei Jahre zur Behandlung fahren, hat uns mal gesagt: „Geben Sie die Hoffnung nicht auf! Wir haben schon sehr viel erlebt.“ Und das hat uns wieder ein bisschen motiviert. Ich denke, wenn man die Hoffnung aufgegeben hat, hat man wahrscheinlich auch keine Kraft mehr zu kämpfen!

André Vogel wartet im Naturheilzentrum Bottrop auf seine Behandlung
Gleich geht’s los – André im Lounge-Bereich des Naturheilzentrum Bottrop (kurz: NaBo)

Drei Dinge

Wenn ich manchmal anderen über André und das Naturheilzentrum Bottrop erzähle, dann sage ich immer: „Der André hat in Bottrop seine ersten Worte gesprochen, und der André hat in Bottrop sein erstes Stück Kuchen verspeist!“ Gleich nach der Akupunktur, als er das erste Mal gesprochen hat, hat er nämlich gesagt, dass er Kuchen will. Als ich ihm gesagt habe, dass er keinen Kuchen essen kann, hat er mich so treuherzig angeguckt, dass ich mit ihm zum Bäcker gefahren bin. Ich habe eine Cremeschnitte gekauft, weil ich dachte, dass sie besser rutscht. Die hat er gleich unterwegs aufgefuttert! In Bottrop bzw. im Oberhausener Centro hat unser Sohn übrigens seinen ersten Bissen Pizza gegessen, das ist mittlerweile auch schon 15 Jahre her.

Regina und André Vogel mit Christian Rüger im Behandlungsraum
Die Nadel sitzt – die Behandlung passt. Therapie in entspannter Atmosphäre unter Einbeziehung von Angehörigen. Was André gut tut, unterstützt auch seine Mutter.

Wieder in Bottrop

Nach einer Pause fahren wir jetzt wieder mit André ins Naturheilzentrum nach Bottrop. Irgendwie dachten wir, dass die finanzielle Belastung neben einer bei meinem Mann in der Zwischenzeit dazugekommenen Erkrankung und Corona für das Fortführen der Behandlungen zunächst zu groß sei. Als es mir kürzlich dann auch selbst schlechter ging, haben wir gemeinsam als Familie beschlossen, wieder nach Bottrop zu fahren. Ein weiterer Grund war, dass sich durch eine augenärztliche Verordnung von Augentropfen bei André Probleme unter anderem durch die Nebenwirkungen entwickelten. Jetzt geht es wieder aufwärts mit uns. Wir sind froh und dankbar, dass wir damals von einer Freundin meiner Schwiegermutter den Tipp bekommen haben, in diese Einrichtung für Komplementärmedizin im Ruhrgebiet zu fahren. Und wir sind dankbar für das, was wir bei Farid Zitoun und Christian Rüger in der Bottroper Naturheilpraxis geschafft haben!

Ziergras im Gegenlicht
Gesundheit mit Tradition aus der Natur

Ganzheitliche Therapie

Farid Zitoun und Christian Rüger, die Heilpraktiker im Naturheilzentrum Bottrop, haben sich auf eine besondere Form der Akupunktur spezialisiert. Die Reiztherapie hier basiert auf einer speziellen Akupunkturtechnik und lässt sich als Wirkungsansatz u.a. bei Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma gezielt einsetzen. Aber auch bei betroffenen Wachkoma- sowie Schlaganfall-Patienten. Die Behandlung richtet sich greifbar an den Patienten, bezieht jedoch besonders auch die Angehörigen mit ein. Eltern und Partner:innen erleben in der Praxis den positiven Austausch mit anderen Betroffenen. Davon profitiere ich bei jedem Aufenthalt. Man stützt und motiviert sich gegenseitig, gibt Tipps und bekommt Ratschläge – das sind Begegnungen, die wirken und gut tun!

André Vogel wird von seinem Vater im Rollstuhl in den Transporter geschoben
Neue Wege im behindertengerecht umgebauten Sprinter – Vater Vogel mit seinem Sohn unterwegs zur Behandlung vom Erzgebirge in die Bottroper Einrichtung für Komplementärmedizin

Kennt Ihr das?

Kümmert Ihr Euch auch um eine:n Angehörige:n oder Freund mit einem SHT? Nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für Familienangehörige und Partner ist ein Schädel-Hirn-Trauma (SHT) eine große Belastung, die manchmal die gesamte Lebensplanung auf den Kopf stellt. Welche positiven Erfahrungen habt Ihr gemacht? Schreibt mir in die Kommentare!


Gastautorin Regina Vogel
Über die Autorin
Gastautorin Regina Vogel
… lebt mit ihrem Mann und Sohn André in ländlicher Umgebung im Erzgebirge. Neben der intensiven Versorgung ihres Sohnes genießt sie einen naturnahen Lebensstil. So erntet sie in ihrem Garten selbst angebaute Beeren und Obst und aus den Beeten Kräuter und Gemüse für die Küche. In der Herbstzeit trifft man sie beim Pilzesammeln im Wald. Ihre Erfahrungen mit der Medizin insgesamt und Alternativmedizin oder Naturheilkunde sind gerade in der Kombination durchweg positiv – hier am Beispiel mit der Bottroper Naturheilpraxis, aber auch generell in Reha-Einrichtungen, Pflegediensten und bei den betreuenden Ärzten in ihrer Heimat.

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