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 23.06.2020 0 Kommentare

Tierische Geschichte um die Ohren – Lehren für Tinnitus & Naturheilkunde?

Über die vielen spannenden Ohren im Zoo Duisburg und was wir aus ihnen lernen können

Hallo aus Duisburg! Ich heiße Christian Schreiner und ich arbeite als Pressereferent im Zoo Duisburg. Obwohl ich in meinem Job in erster Linie mit Menschen kommuniziere, komme ich auch oft mit den vielen wunderbaren Tieren bei uns im Zoo in Kontakt.

Mit Tieren zu arbeiten ist für mich pure Erfüllung. Vor allem ihre Vielfalt bringt mich immer wieder ins Staunen. Als die Bottroper Heilpraktiker Farid Zitoun und Christian Rüger letztens für ihren Videodreh über Ohren zu uns den Zoo kamen, war das für mich ein toller Anlass, mich noch einmal genauer mit der spannenden Welt der Ohren im Tierreich auseinanderzusetzen. Tatsächlich gibt es dort allerhand faszinierende Fakten. Können wir als Menschen davon vielleicht sogar etwas für unseren Alltag mitnehmen?

Kopfhörer & Tinnitus – Warum nicht Antilope spielen?

Wusstet ihr, dass Afrikanische Elefanten ihre riesigen Ohren wie eine Klimaanlage nutzen? Wird es sehr heiß, werden die Ohren besonders stark durchblutet. Wedelt der Elefant dann mit den Ohren, verdunstet die Feuchtigkeit auf der Hautoberfläche schneller. Die Verdunstungskälte kühlt dann das Blut auf dem Rückweg in den Körper ab. Genial, oder? Dagegen kommt kein Fächer an.

Auch spannend: Unsere Antilopen im Zoo Duisburg haben komplett drehbare Ohren. Damit können die Tiere sprichwörtliche „rundumhören“, ohne ihren Kopf zu bewegen. Dazu sind ihre Ohren so empfindlich, dass sie Raubtiere auf riesige Distanzen wahrnehmen können. Ganz so empfindlich sind unsere Menschlichen Ohren nicht. Das bedeutet aber nicht, dass wir sie deswegen ständig mit Lärm beschallen sollten. Erst kürzlich habe ich einen Bericht darüber gelesen, wie gefährlich zum Beispiel Kopfhörer für unsere Ohren sein können: https://www.quarks.de/gesundheit/so-schaedlich-sind-kopfhoerer-fuer-deine-ohren/

So gefährlich können In-Ear Kopfhörer für das Gehör sein

Eine Konsequenz von zu viel zu lautem Lärm könne demnach sogar Hörminderungen oder Ohrgeräusche (Tinnitus) sein. Konzentrieren wir uns stattdessen wie die Antilopen auf die sanften Geräusche unserer Umwelt, können wir all den wunderbaren Klängen lauschen, die jetzt im Sommer überall um uns sind.

Schwerhörigkeit im Alter gibt es auch bei Tieren

Apropos wunderbare Klänge: Wenn ihr den Zoo Duisburg besucht, könnt ihr davon jede Menge hören. Kaum überhörbar sind zum Beispiel die Rufe unserer Seelöwen. Wenn ihr vor dem Becken jedoch lange Zeit vergeblich auf Rufe wartet, habt ihr wahrscheinlich die deutlich weniger lautstarken Seehunde vor euch. Die könnt ihr anhand der Ohren super von den Seelöwen unterscheiden: Seelöwen haben gut erkennbare Ohrmuscheln, Seehunde dagegen nur punktartige Löcher. Wenn ich an Seehunde denke, fällt mir gleich auch eine weitere faszinierende Parallele zwischen Tier und Mensch ein. Im Zoo Duisburg haben wir eine Seehündin namens „Oma“. Die heißt nicht ohne Grund so, denn sie ist sage und schreibe 46 Jahre alt. Für Seehund-Verhältnisse ein geradezu biblisches Alter!

Schwerhörigkeit im Alter – ein Phänomen auch im Tierreich

Wie bei den Menschen kann auch bei Tieren das Hörvermögen mit der Zeit schwächer werden. Oma ist mittlerweile sogar schon komplett blind und taub und kann sich nur noch mit ihren Schnurrbarthaaren im Becken orientieren. Das herauszufinden, war allerdings keine leichte Sache. Schließlich kann man sie ja nicht einfach fragen.

Gewissheit hatten wir erst nach einem Hörtest. Und ja: den gibt es tatsächlich auch für Seehunde! Das wiederum erinnert mich wieder an uns Menschen, denn während viele von uns mit steigendem Alter möglicherweise schlechter hören, wissen viele oft gar nicht, dass sie nach medizinischen Kriterien eigentlich schon als schwerhörig gelten, wie das Statistische Bundesamt berichtet: http://www.gbe-bund.de/pdf/Heft29_und_Wertetabellen.pdf

Wir Zoomitarbeiter können bei unserem Betriebsarzt einen Hörtest durchführen lassen.

Tinnitus – eine Folge von Stress? Der Koala zeigt dies über seine Ohren

(Koala-)Stress & Tinnitus – Naturheilkunde und Lehren aus dem Tierreich

Im selben Bericht steht übrigens auch, dass Stress ein möglicher Grund für Hörminderungen oder Ohrgeräusche (Tinnitus) sein kann. Kein Wunder, dass in unserem schnelllebigen Alltag viele Menschen Tinnitus oder Hörsturz bekommen können. Da finde ich persönlich den Ansatz der Naturheilkunde eigentlich sehr sympathisch, denn diese kann uns über verschiedene Techniken Entspannung lehren. Dabei können wir uns auch ruhig etwas von den Tieren abschauen, die nehmen das Leben nämlich grundsätzlich deutlich entspannter.

Das gilt auch für Koalas, zumindest meistens. Werden die empfindlichen Tiere jedoch gestresst, kann man das bei ihnen wunderbar an den Ohren ablesen. Denn wenn Koalas nervös werden, fangen sie an, mit den Ohren zu wackeln. Verrückt, wie sich der Kreis hier schließt, oder? Bei uns im Zoo haben wir deswegen extra eine dicke Panzerglaswand im Gehege installiert, die die Tiere von störenden Geräuschen abschirmt.

YouTuber und Heilpraktiker Christian Rüger im Zoo Duisburg zum Thema besser hören

Ich hoffe dieser kleine Ausflug in die Tierwelt hat euch gefallen. Vielleicht konntet ihr ja sogar etwas für euren Alltag mitnehmen. Wenn ihr nun Lust auf einen weiteren Ausflug ins Tierreich bekommen habt, dann kommt uns am besten im Zoo Duisburg besuchen. In unserer Tropenhalle Rio Negro könnt ihr zum Beispiel selbst mal die Ohren spitzen und die spannenden Klangwelten des südamerikanischen Regenwaldes erleben.

Mich persönlich interessieren aber auch eure Erfahrungen und Geschichten, wenn es um Tiere, Ohren, Tinnitus & Naturheilkunde geht. Seid ihr mit diesen Themen selbst schon einmal in Berührung bekommen? Schreibt mir in die Kommentare. Ich würde mich freuen, von euch zu hören und euch vielleicht bald schon im Zoo Duisburg begrüßen zu dürfen!

Bis dahin

Euer Christian Schreiner

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Mehr zu Ohrenleiden anderer Art gibt es in den Naturheilzentrum News im Artikel Ohrenschmerzen & Naturheilkunde zu lesen.

über den autor

Gastautor Christian Schreiner

Gastautor Christian Schreiner

… wusste schon als Kind, dass er unbedingt in einem Zoo arbeiten möchte. Der mittlerweile 31-Jährige schloss zunächst ein Master-Studium in Biologie an der Ruhr-Universität Bochum ab, ehe er im Bereich Kommunikation in den Zoos in Krefeld und später in Duisburg tätig wurde. Als Pressereferent findet er Erfüllung in seiner Aufgabe, Menschen von der Vielfalt der Natur und dem Artenschutz zu begeistern. Privat erfreut sich der ehemalige Züchter von Pfeilgiftfröschen am Tauchen und Kochen.

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